Infektionskrankheiten – Tetanus

Der Erreger des Wundstarrkrampfes ist ein Bakterium (Clostridium tetani). Es lebt immer in der Umgebung des Pferdes, ist ständig in infektionstüchtigem Zustand präsent und leider sind Pferde sind die für den Wundstarrkrampf anfälligste Haustierart. Tetanus ist nicht ansteckend und nicht auf oder vom Menschen übertragbar.

Namensgebung

Der Begriff Tetanus beschreibt das starke Zusammenziehen von Skelettmuskulatur, im Grunde einen Muskelkrampf. Dadurch ist die Erkrankung ebenso gut beschrieben, wie durch den umgangssprachlichen Begriff Wundstarrkrampf. Die Infektion erfolgt durch das Eindringen des Bakteriums in Wunden und die Folge sind starke Muskelkrämpfe.

Krankheitsverlauf

Die Bezeichnung beschreibt das Krankheitsbild recht genau: Die äußerlich sichtbaren Muskeln sind dauernd und schmerzhaft zusammengezogen – starr und steif stehen die armen Pferde da. Gelangt Clostridium tetani in eine sauerstoffarme Umgebung (zum Beispiel in eine Wunde, die sich schnell schließt), so vermehrt es sich und setzt dabei insbesondere den Giftstoff Tetanospasmin frei. Wichtig: Die verursachende Wunde muss nicht immer zwingend gefunden werden. Das Gift wird von den in unmittelbarer Nähe der Wunde vorhandenen Nervenzellen aufgenommen und in diesen bis in das Rückenmark transportiert. Dort blockiert es die Freisetzung von Substanzen, die normalerweise zu einer Abschwächung von Reflexen und Reaktionen auf äußere Reize führen. Somit blockiert das Tetanustoxin ausgerechnet die Nervenzellen, die normalerweise die Spannung der Körpermuskulatur hemmend beeinflussen. Die Folge ist der nicht zu kontrollierende Krampf der Skelettmuskulatur bei vollem Bewusstsein: die Pferde stehen mit steif nach vorn gerecktem Hals und herausgestellten Beinen (sägebockartig) da. Sie können wegen der starken Anspannung der Kaumuskulatur kein Futter aufnehmen, geschweige denn kauen und schlucken. Jedes Geräusch oder auch nur Lichteinfall bedeutet eine Qual, da alle äußeren Reize zu einer noch stärkeren Muskelanspannung führen. Betroffene Pferde sind schließlich so erschöpft, dass sie seitlich umfallen, da sie ja ihre Beine nicht anwinkeln können. Die meisten Pferde sterben an der Lähmung der Atemwegsmuskulatur bei vollem Bewusstsein, das heißt, sie ersticken. Die Erkrankung verläuft sehr häufig tödlich.

Therapie

Auch mit den heutigen intensivmedizinischen und pflegerischen Möglichkeiten kann nur ein sehr kleiner Teil der Pferde gerettet werden, wenn sich die ersten Symptome zeigen. Sitzt das Tetanustoxin nämlich erst einmal in den Nervenzellen, so braucht sein Abbau oft Wochen. Einen Menschen kann man in dieser Zeit beatmen und durch Infusionen ernähren – für ein Pferd endet der Wundstarrkrampf meist tödlich.

Prophylaxe

Eine (in jedem Fall sehr kostenintensive) Behandlung hat in der Regel nur bei unvollständig entwickeltem Krankheitsbild Aussicht auf Erfolg. Die Schutzimpfung gegen den Wundstarrkrampf ist eine der wirkungsvollsten Schutzimpfungen in der Pferdemedizin, jedes Pferd sollte aufgrund der permanenten Infektionsgefahr gegen Tetanus schutzgeimpft sein. Diese Schutzimpfung ist die einzige vorbeugende Maßnahme, um das Pferd vor dem häufig tödlich verlaufenden Wundstarrkrampf zu schützen. Deshalb ist eine vorbeugende (prophylaktische) Schutzimpfung zwingend notwendig. Bei neugeborenen Fohlen, die nicht ausreichend Erstmilch (Kolostrum) erhalten haben, oder die von nicht geimpften Müttern stammen, ist eine passive Impfung mit Tetanus-Immunserum wichtig. Eine passive Schutzimpfung ist auch immer bei verletzten ungeimpften Pferden dringend geboten.