Atemwegserkrankungen

Gerade in der Übergangsphase vom Winter zum Frühjahr leiden viele Pferde an Atemwegserkrankungen.

Häufig wird mir berichtet, dass das Pferd am Anfang nur vereinzelt zu Beginn der Reitstunde gehustet hätte, dann tritt der Husten auch während des Fütterns (vor allem während der Aufnahme von Heu) und dann immer häufiger auch “spontan”, also ohne ersichtlichen Grund auf.

Der Pferdehusten kann nicht mit einer entsprechenden Erkrankung beim Menschen verglichen werden. Es handelt sich nämlich nicht um eine Erkältung, die von alleine wieder ausheilt. Pferde bekommen leider keinen “Schnupfen” sondern Husten und Nasenausfluss sind meist durch Erkrankungen der Bronchien und der Lunge verursacht.

Daher sollte beim Pferd immer zeitnah behandelt werden, da er sehr schnell chronisch werden kann.

Nach einer Untersuchung aus dem Jahre 1995 (Sasse) haben bis zu 79 Prozent aller Pferde in Reitanlagen Atemwegsprobleme. Die Haltung scheint also eine große Bedeutung zu haben. Eine zu starke Staubentwicklung in geschlossenen Ställen und in schlecht befeuchteten Reithallen ist Gift für Pferdelungen.

Häufig spielt auch die Futterqualität eine Rolle in Jahren mit Heuknappheit wie im letzten Winter, wurde das Gras häufig sehr knapp über dem Boden geschnitten, wodurch eine gewisse Verunreinigung mit Erde nicht vermeiden ist, die zu starker Staubentwicklung führt.
Des Weiteren spielen Schimmelpilze im Heu häufig eine Rolle, die man noch nicht einmal unbedingt sehen oder riechen muss. Abhilfe kann das “Tränken” der Heuportion vor dem Füttern bewirken. Das Heu lediglich zu befeuchten, ist nur bedingt sinnvoll, da es in der Zeit der Futteraufnahme wieder trocknen kann und die Schimmelpilz- und Staubentwicklung dadurch erneut auftritt.

Damit es erst gar nicht zu einer Erkrankung eventuell sogar chronischen Atemwegserkrankung kommt, kann man einiges zur Vorbeugung tun:

  • Pferde möglichst viel an die frische Luft lassen, das heißt regelmäßiger Weidegang oder ins Paddock stellen.
  • Nur Heu und Stroh verwenden, dass eine sehr gut Qualität aufweist.
  • Reitbahnen regelmäßig bewässern, um eine zu starke Staubentwicklung zu vermeiden.
  • Tägliches Training fördert die Selbstreinigung der Lunge.
  • Ein Box mit Fenster sorgt für regelmäßige frische Luftzufuhr.
  • Bei empfindlichen Pferden das Stroh und Heu nass verfüttern.
  • sobald das Pferd häufiger hustet, direkt den Tierarzt verständigen, häufig lässt sich der Husten zu Beginn der Erkrankung deutlich besser und damit auch günstiger behandeln